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Nachbarschaftshilfe


Dass sich Nachbarn mit kleinen Dienstleistungen unter die Arme greifen, war früher gang und gäbe. Heute lebt man in Quartieren, Siedlungen und Mehrfamilienhäusern oft Tür an Tür, ohne miteinander Kontakt zu pflegen. Besonders in urbanen Raum weiss man mitunter nicht einmal mehr richtig, wer in der nächsten Umgebung wohnt. Dies kann vor allem bei Seniorinnen und Senioren zu Vereinsamung führen oder dazu beitragen, dass für sie selbständiges Wohnen nicht mehr möglich ist. Aber auch viele jüngere Menschen und Familien fühlen sich ohne sozialen Austausch in ihrem Wohnumfeld isoliert. Ein gewisses Mass an gegenseitiger Unterstützung würde ihnen zudem ebenfalls manches im Alltag erleichtern.

In ländlichen Gebieten ist die Entwicklung hin zum anonymen Wohnen noch weniger weit fortgeschritten, da hier der Zusammenhalt unter der Bevölkerung schon immer wesentlich stärker gewesen ist als in der Stadt. Die Nachbarschaftshilfe, die in der Mix-Siedlung Brückenmatte angestrebt wird, kann gar auf einer Tradition des freiwilligen Engagements aufbauen, wie sie in Leuk-Susten laut Burgermeister und Brückenmatte-Verwaltungsratspräsident Stefan Eggo noch bis in die jüngste Zeit gepflegt worden ist.

Trotz der in Leuk-Susten noch nicht völlig eingeschlafenen Sitte der Fürsorge für andere: Auch in der «Brückenmatte», in der nota bene nicht ausschliesslich Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde wohnen, passiert Nachbarschaftshilfe nicht aus dem Nichts.

Man brauche sie aber nicht zu verordnen, es brauche einzig die richtigen Plattformen, um die Siedlungsbewohner dazu zu ermuntern, ist Brückenmatte-Verwaltungsrat und GL-Mitglied Sozialmedizinisches Zentrum Oberwallis (SMZO) Dieter Müller überzeugt.



Tatsächlich haben sich in der «Brückenmatte» auch ohne Info-Desk und Facebook-Seite bereits Bewohner gefunden, die sich die Hand reichen. Zumindest unter jenen, die sich auch an den Wochentagen in der Siedlung aufhalten. Der Kontakt und Austausch vermittelt ihnen einerseits das Gefühl, gut aufgehoben zu sein und andererseits gebraucht zu werden, wie das Beispiel von Yolanda Bayard und Gerhard Witschard zeigt.